Die Welt von Wordpress

Jeder der schon mal mit dem Gedanken gespielte, eine Webseite zu erstellen, ist über den Begriff Wordpress gestolpert. Es ist das weitverbreitetste Content Management System (CMS) auf dem Markt überhaupt und sehr beliebt bei Einsteigern. Ich möchte euch einen Überblick geben, wie es aufgebaut ist und was davon erwartet werden kann.

Das 2003 ins Leben gerufene freie und unter open-source Lizenz veröffentlichte Content Management System basiert auf PHP und MySQL. Wer nicht auf einen gemanagten Service wie WordPress.com setzen will, kann sich auf seinem eigenen Webserver verhältnismäßig unkompliziert eine eigene Installation einrichten. Viele Hosting Anbieters von Webspeicher bieten vorkonfigurierte Installer an, bei den man mit wenigen Eingaben eine fertige Wordpress Installation eingerichtet bekommt. Andere Anbieter, wie GoDaddy bieten auch einen gemanagten Wordpress Service an. Hier optimiert der Hosting Anbieter bereits den Cache, die Sicherheitseinstellungen und fügt Komfortfunktionen zur einfachen Verwaltung hinzu. Hierbei verliert allerdings ein Teil der Flexibilität gegenüber einer selbst-gehosteten Installation.

Eine der großen Stärken von Wordpress sind die modularen einsetzbaren Plugins und große Anzahl an Designs (aka Themes). In einem Microsoft Word ähnlichen Editor können Blogartikel sehr einfach geschrieben werden, was einer der beliebtesten Features ist.

Designs in Wordpress

Mit den Template basierenden Designs kann die eigene Wordpress Seite individuell anpasst werden. Sie bestehen aus standardisierten PHP Code für diverse Wordpress Funktionen, CSS, HTML und JavaScript.

Screenshot vom Wordpress Template Twenty Nineteen

Grundsätzlich unterscheiden sich die Designs in zwei Qualitätsklassen. Kostenfreie Templates, welche über den Wordpress eingebauten Katalog installierbar sind, und kostenpflichtige Templates, welche über diverse Portale wie Themeforest gekauft werden können. Alternativ können Templates auch via FTP direkt hochgeladen werden. Es besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit, eigene Designs zu erstellen. Die Standard Wordpress Templates werden hier häufig als Grundlage verwendet.

Wichtig vor allem für Nutzer von großen Wordpress Installationen ist, dass man bei der Auswahl der Templates auf die Funktionsvielfalt achten sollte. SEO Optimierung für beispielsweise Google PageSpeed, Individualisierung von Menüs, Farben und Mobilen Darstellungen waren bisher die Hauptkriterien bei der Auswahl für mich.

Der PlugIn Baukasten

Mit aktuell 54.886 Plugins und einer großen und aktiven Entwickler Community kann die eigene Webseite um eine Vielzahl von Features erweitert werden. Die Funktionsvielfalt reicht von Suchmaschinenoptimierung (SEO) über Firewalls und Nutzerverwaltung Systemen bis hin zu Darstellungsoptionen, Widgets und Navigationselementen. Die Wahl der richtigen Plugins kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich werde später einige Artikel zu einzelnen Plugin Kategorien schreiben und ein paar Tipps bei der Auswahl geben.

Screenshot der Plugin Übersicht aus dem Wordpress Admin Interface

Auch bei den Plugins gibt es neben kostenfreien Erweiterungen, kostenpflichtige Plugins. Diese werden teilweise mit kostenpflichtigen Templates verteilt oder direkt von Entwicklern vertrieben. Nicht alle Plugins sind immer auf dem neuesten Stand der Wordpress Version, sodass es durchaus vorkommen kann, dass etwas nicht funktioniert oder viel schlimmer, dass man sich eine Sicherheitslücke einfängt.

Alle Funktionen von Wordpress aufzuzählen würde wahrscheinlich zu lange dauern, aber die folgenden Funktionen sind noch erwähnenswert:

  • Suchmaschinenoptimierte Linkstruktur
  • Stichwörter (Tags) und Multiple Kategorien für Beiträge
  • Trackback und Pingback Standards
  • YSWYG Beitragseditor in dem auch HTML Elemente genutzt werden können

Safety First

Mit steigender Bekanntheit von Wordpress sind auch die Attacken von Hackern gestiegen, welche versuchen mit Sicherheitslücken, Webseiten zu manipulieren und Computer von Besuchern mit Viren zu infizieren. In den letzten Jahren hat sich hier viel getan. Zum einen gibt es qualitativ hochwertige Plugins, welche zusätzliche Sicherheitsfunktionen umsetzen, und zum anderen hat die Wordpress Foundation ein Bug Bounty Programm gestartet, um die Code Qualität zu steigern.

In einem späteren Artikel werde ich mehr auf die Sicherheitsfunktionen und Plugins eingehen und Tipps geben, welche Plugins und Best Practices ich regelmäßig nutze.

Zielgruppe Einsteiger und Fortgeschrittene

Die Installation von Wordpress wurde über die Jahre stark vereinfacht, um es auch Laien zu ermöglichen, eine eigene Webseite zu betreiben. Bei der Auswahl des Hosting Anbieters ist es gerade für Anfänger ratsam, dass eine Admin Oberfläche wie Plesk angeboten wird. Damit kann man in wenigen Schritten Wordpress installieren. Für fortgeschrittene Nutzer gibt es eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, weshalb Wordpress schon heute von vielen großen Unternehmen verwendet wird.

Übersicht von Plesk 17 (Bildquelle: plesk.com)

Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in die Welt von WordPress geben konnte und der Artikel euch neugierig gemacht hat.